Irgendwann kommt in jedem Betrieb die Frage: Ist unsere Website noch gut genug? Meist gibt es einen Anlass. Ein Mitbewerber hat einen neuen Auftritt, eine Kundin sagt, sie habe die Telefonnummer nicht gefunden, oder die Person, die die Seite einmal gebaut hat, ist nicht mehr erreichbar.

Die naheliegende Reaktion ist ein Neubau. Oft ist das richtig, aber nicht immer. Die folgenden sieben Prüfpunkte helfen, die Frage nüchtern zu beantworten, bevor Sie Offerten einholen.

1. Zeigt die Seite, was Ihr Betrieb heute macht?

Lesen Sie Ihre Startseite so, als würden Sie Ihren Betrieb nicht kennen. Verstehen Sie in zehn Sekunden, was angeboten wird, für wen und in welcher Region? Fehlen Leistungen, die heute einen grossen Teil des Umsatzes ausmachen?

Wenn nur Texte veraltet sind, genügt meist eine Überarbeitung. Wenn sich das Angebot so verändert hat, dass die Struktur der Seite nicht mehr passt, ist ein Neubau oft der kürzere Weg.

2. Lässt sich die Seite auf dem Smartphone bedienen?

Öffnen Sie die Seite auf Ihrem Telefon. Lässt sich die Telefonnummer antippen? Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Passen Tabellen und Bilder auf den Bildschirm?

Eine Seite, die auf dem Smartphone nicht funktioniert, lässt sich selten mit vertretbarem Aufwand nachbessern. Hier ist ein Neubau fast immer sinnvoller.

3. Wer kann die Seite heute ändern?

Fragen Sie sich, was passiert, wenn morgen eine neue Stelle ausgeschrieben werden muss. Kann das jemand im Betrieb erledigen? Gibt es einen Anbieter, der erreichbar ist und die Seite kennt?

Wenn niemand mehr Zugang hat oder niemand weiss, wie die Seite gebaut ist, wird jede kleine Änderung zum Projekt. Das ist ein starkes Argument für einen Neuanfang mit klar geregelten Zugängen.

4. Ist die Technik noch gewartet?

Viele KMU-Websites laufen auf Redaktionssystemen mit Erweiterungen, die seit Jahren nicht aktualisiert wurden. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern ein Sicherheitsrisiko. Veraltete Erweiterungen sind ein häufiger Weg, über den Websites angegriffen werden.

Lassen Sie prüfen, auf welchem Stand System und Erweiterungen sind. Wenn Updates nicht mehr möglich sind, ohne dass etwas bricht, ist die Überarbeitung auf diesem Fundament riskant.

5. Wird die Seite gefunden?

Suchen Sie nach Ihrer wichtigsten Leistung und Ihrem Ort, etwa «Hauswartung Pratteln» oder «Gastroküche Basel». Erscheint Ihr Betrieb? Wenn nicht, liegt das nicht immer an der Website. Häufig fehlen aber eigene Seiten pro Leistung, eindeutige Titel oder schnelle Ladezeiten.

Diese Punkte lassen sich teilweise nachträglich verbessern. Ist die Seite aber als eine einzige lange Seite gebaut, bringt eine neue Struktur mehr als jede Einzelmassnahme.

6. Kommen über die Seite Anfragen?

Zählen Sie grob, wie viele Anfragen im letzten halben Jahr über die Website kamen. Wenn die Antwort «keine» oder «weiss nicht» lautet, lohnt sich ein Blick auf den Weg zur Anfrage. Ist er von jeder Seite aus sichtbar? Fragt das Formular nach den Angaben, die Sie wirklich brauchen?

Ein besserer Anfrageweg lässt sich oft in eine bestehende Seite einbauen. Es muss nicht gleich alles neu sein.

7. Was darf es kosten, was bringt es?

Eine Überarbeitung ist günstiger, wenn das Fundament stimmt. Ein Neubau ist günstiger, wenn Sie sonst jedes Jahr an einer Seite flicken, die nie ganz passt. Rechnen Sie nicht nur den Preis des Projekts, sondern auch den Aufwand der nächsten Jahre: Updates, Änderungen, Zeit im eigenen Betrieb.

Faustregel

Wenn drei oder mehr der sieben Punkte kritisch sind, ist ein Neubau meist die bessere Investition. Sind es ein oder zwei, lohnt sich zuerst eine gezielte Überarbeitung.

Wichtiger als die Regel ist, dass Sie die Frage mit jemandem besprechen, der Ihnen beide Wege offen darlegt. Wer nur Neubauten verkauft, wird selten zur Überarbeitung raten. Wir schauen uns Ihre Seite gern an und sagen Ihnen, welcher Weg für Ihren Betrieb sinnvoll ist.